Executive Summary
- Ondo/Oasis Pro Markets erhält FINRA-Zulassung. Am 23. Juli hat die SEC-registrierte Broker-Dealer-Tochter von Ondo Finance die aufsichtsrechtliche Freigabe erhalten, tokenisierte NMS-Aktien, ETFs, Publikumsfonds und sogar IPO-Wertpapiere regulär an US-Privat- und Institutionskunden zu vertreiben. Das ist der Schritt von der Nischen-Anwendung zur regulierten Massendistribution.
- Update zur DTCC-Tokenisierung: Die Ondo-Story war nur die Spitze. Die DTCC selbst treibt seit Mai über 50 Häuser zusammen – darunter BlackRock, Goldman Sachs, JPMorgan, Circle, Ondo und Ripple Prime – in einem Pilotprogramm für tokenisierte Russell-1000-Aktien, ETFs und US-Treasuries über die eigene ComposerX-Plattform. Am 15. Juli wurden die ersten Produktions-Trades erfolgreich abgewickelt, der volle Service-Start ist für Oktober 2026 terminiert. Ondos CRCLon/SPYon waren ein Anwendungsfall in einem viel größeren institutionellen Testlauf.
- Goldman Sachs baut eine Direktbeteiligungs-Plattform für Family Offices. Die neue „Alternative Investments Platform" bündelt zwei neue Teams, die vermögenden Kunden direkte Anteile an Firmen wie SpaceX und Stripe verschaffen sollen – ein Geschäft, das Goldman informell seit rund zwei Jahrzehnten betreibt und jetzt formalisiert. Genau die Zugangslogik, die Endowments seit Jahrzehnten auszeichnet, wird hier institutionell für die nächste Kundenschicht darunter aufgebaut.
- MiCA-Zulassungszahl steigt auf 309. Das ESMA-CASP-Register zählt zum 24. Juli 309 vollständig zugelassene Anbieter in 26 EU-/EWR-Staaten – deutlich mehr als die rund 210 aus der vorherigen Übergangskohorte, die letzte Woche als Referenz galten. Deutschland bleibt mit der höchsten Zulassungszahl vorn, wobei sich die genaue Zahl je nach Tracker unterscheidet (57 bis 63).
- RWA-Kennzahlen bleiben ruhig, die Methodik-Frage wird lauter. Distributed value liegt bei 34,67 Mrd. USD (22. Juli, +0,8 % ggü. 16. Juli) – weiterhin die erwartete normale Bewegung. Bei der represented-value-Zahl nennen unterschiedliche Quellen diese Woche 345 Mrd., 369 Mrd. oder rund 383 Mrd. USD für praktisch denselben Zeitpunkt – die Streuung selbst ist diese Woche der eigentliche Befund. SECZ fällt weiter auf 7,30 USD (24. Juli, -7,2 % ggü. Vorwoche), weiter nahe am 52-Wochen-Tief.
Begriffe kurz erklärt (neu diese Woche)
Wer nicht im Kapitalmarkt- oder Kryptoalltag steckt, stolpert diese Woche über ein paar neue Abkürzungen. Die bereits bekannten Begriffe aus früheren Reports stehen weiterhin im eigenständigen Glossar zum Herunterladen.
- FINRA: Die US-Selbstregulierungsbehörde für Wertpapierhändler und Broker-Dealer – vergibt zusammen mit der SEC die Zulassung, mit der ein Anbieter US-Kunden Wertpapiere verkaufen darf.
- NMS-Aktien (National Market System): Die Kategorie US-Aktien, die an regulierten nationalen Börsen gehandelt werden – praktisch der gesamte relevante US-Aktienmarkt, im Unterschied zu Nischensegmenten.
- DTCC ComposerX: Die Technologie-Plattform der DTCC, über die tokenisierte Abbildungen von Wertpapieren erzeugt, verwaltet und abgewickelt werden – das technische Rückgrat hinter den DTC Tokenized Entitlements.
- Perpetual Futures (Perps): Terminkontrakte ohne Fälligkeitsdatum, mit denen gehebelt auf den Kurs eines Basiswerts gesetzt werden kann – in der Kryptowelt das dominante Handelsinstrument für Spekulation.
- Layer-2-Chain (z. B. Robinhood Chain): Eine eigene Blockchain-Infrastruktur, die auf einer bestehenden Basis-Chain aufsetzt, um schnellere und günstigere Abwicklung zu ermöglichen – im Unterschied zum DTCC-Modell ohne Anbindung an die klassische Verwahrkette.
1. Endowment & Alternatives
Fünfte Woche in Folge ohne neuen Vollzugsschritt bei Project Gatsby und dem Harvard-Lexington-Paket. Das bestätigt nur, was seit Wochen klar ist: Sekundärmarkt-Transaktionen dieser Größenordnung sind ein Prozess über Monate, keine wöchentliche Nachrichtenquelle. Die eigentliche Endowment-Geschichte dieser Woche liegt woanders – bei Goldman Sachs, das das strukturelle Prinzip hinter dem Yale- und Harvard-Modell gerade für eine neue Kundenschicht kopiert.
Goldman hat eine „Alternative Investments Platform" aufgesetzt, die zwei neu geschaffene Teams zusammenführt: eines für Direktbeteiligungen an einzelnen Privatunternehmen wie SpaceX oder Stripe, eines für den Sekundärhandel mit genau solchen Anteilen. Geleitet wird die Initiative von Kristin Olson, Goldmans globaler Chefin für Alternatives im Wealth-Geschäft. Bemerkenswert ist, dass Goldman dieses Geschäft informell schon rund zwei Jahrzehnte betreibt – mit Facebook vor dem IPO 2012, zuletzt mit SpaceX, Stripe und Canva. Neu ist die Formalisierung als eigenständige Plattform, mit einem klaren Fokus auf Firmen, die bereits ein etabliertes Produkt, echten Umsatz und einen erkennbaren Weg zur Profitabilität haben – also spätphasige Private-Market-Namen, nicht Frühphasen-Wetten. Das Timing ist kein Zufall: Asset- und Wealth-Management-Erträge bei Goldman sind im zweiten Quartal 2026 um 20 % auf 4,6 Mrd. USD gestiegen, und Unternehmen bleiben heute deutlich länger privat als früher, wodurch frühe Investoren einen wachsenden Teil der Wertsteigerung abschöpfen, bevor öffentliche Anleger überhaupt zum Zug kommen.
Zur bereits eingeordneten 8-%-Endowment-Steuer aus dem „One Big Beautiful Bill Act" gibt es diese Woche kein neues Faktum. Der strukturelle Punkt bleibt gültig: Die Steuer auf realisierte statt unrealisierte Gewinne setzt einen Anreiz zum Halten statt zum Umschichten – und genau in diesem Umfeld baut Wall Street jetzt parallel die Infrastruktur, mit der Kapital außerhalb der besteuerten Endowment-Strukturen an dieselben Deal-Flows kommt, die Yale und Harvard bisher exklusiv hatten.
2. Tokenisierung & RWA
Die Woche bringt zwei Nachrichten, die zusammengehören, aber unterschiedlich gewichtet werden sollten. Die größere: Am 23. Juli hat Oasis Pro Markets, die SEC-registrierte Broker-Dealer-Tochter von Ondo Finance, von FINRA die Zulassung erhalten, tokenisierte NMS-Aktien, ETFs, Publikumsfonds, Indexfonds und sogar über IPOs ausgegebene Wertpapiere regulär an US-Privat- und Institutionskunden zu vertreiben. Das unterscheidet sich kategorisch von den bisherigen 24/7-Handelserweiterungen: Bislang ging es darum, bestehende Tokenisierungs-Produkte handelbarer zu machen. Jetzt geht es um die aufsichtsrechtliche Erlaubnis, das gesamte Instrumentarium einem Massenmarkt anzubieten – der eigentliche Flaschenhals für Tokenisierung in den USA war nie die Technik, sondern genau diese Zulassung.
Die zweite, unterschätzte Geschichte: Was letzte Woche wie eine Ondo-Innovation aussah – DTC Tokenized Entitlements für CRCLon und SPYon –, ist tatsächlich ein Baustein in einem sehr viel größeren Testlauf der DTCC selbst. Seit Mai bündelt die DTCC über ihre ComposerX-Plattform mehr als 50 Häuser aus TradFi und Krypto – BlackRock, Goldman Sachs, JPMorgan auf der einen, Circle, Ondo Finance und Ripple Prime auf der anderen Seite –, um tokenisierte Russell-1000-Aktien, große ETFs und US-Treasuries produktionsreif zu testen. Am 15. Juli wurden die ersten echten Trades über diese Infrastruktur erfolgreich abgewickelt; der volle Service-Start ist für Oktober 2026 gesetzt. Der Unterschied zur reinen Ondo-Meldung von letzter Woche ist relevant: Es handelt sich nicht um ein Ondo-Produkt mit DTCC-Anbindung, sondern um eine DTCC-Infrastruktur, in die sich Ondo als einer von über 50 Teilnehmern einreiht – das verschiebt die Einordnung von „ein Anbieter experimentiert" zu „die zentrale US-Verwahrstelle baut das Fundament, und jeder relevante Player sitzt am Tisch".
| Segment | Wert (22.–24. Juli 2026) | Einordnung |
|---|---|---|
| Distributed value gesamt | 34,67 Mrd. USD (+0,8 % / 6T ggü. 16. Juli) | Weiterhin ruhige, normale Bewegung |
| Represented value gesamt | 345–369 Mrd. USD je nach Quelle (vorherige Referenz: 383,69 Mrd.) | Streuung zwischen Quellen wächst – Methodikvorbehalt verschärft sich |
| SECZ (Securitize) | 7,30 USD (24. Juli, -7,2 % / 7T) | Erholung der Vorwoche wieder abgegeben, nahe 52W-Tief (6,04–14,05 USD) |
| Ondo/Oasis Pro Markets | FINRA-Zulassung seit 23. Juli | Regulierte Massendistribution tokenisierter Wertpapiere an US-Privatanleger |
| DTCC ComposerX-Pilot | Erste Produktionstrades 15. Juli, Vollstart Oktober 2026 | 50+ Häuser inkl. BlackRock, Goldman, JPMorgan – institutioneller Rahmen hinter Ondo |
| Robinhood Chain | RWA-Wert 5x auf 70 Mio. USD in unter zwei Wochen | Eigene L2-Chain ohne DTCC-Anbindung – anderes Modell, andere Risikostruktur |
Am Rand, aber nicht unwichtig: Robinhood Chain, seit 1. Juli live, meldet einen Anstieg des Werts tokenisierter Real-World-Assets auf der eigenen Layer-2-Chain um das Fünffache auf rund 70 Mio. USD binnen zwei Wochen. GameStop führt mit 26,6 Mio. USD Tagesvolumen, gefolgt von Nvidia (14 Mio. USD) und SpaceX (6,4 Mio. USD); rund ein Dutzend Titel handeln inzwischen mit mindestens 500.000 USD Tagesvolumen. Das zeigt echte Nachfrage nach tokenisierten Aktien – aber auf einer eigenen Chain ohne die CUSIP-Bindung und DTCC-Verwahrkette, die den Ondo/DTCC-Ansatz auszeichnet. Beide Modelle wachsen parallel, lösen aber ein unterschiedliches Vertrauensproblem: Robinhood Chain optimiert auf Reichweite und Handelbarkeit, DTCC/Ondo auf Anbindung an bestehende Aufsichts- und Verwahrstrukturen. Für die Frage, welches Modell sich durchsetzt, ist das eine echte Weichenstellung, keine Randnotiz.
Bei den Gesamtkennzahlen bestätigt sich die Ruhe der Vorwoche: 34,67 Mrd. USD distributed value sind eine plausible Fortsetzung der 34,39 Mrd. USD vom 16. Juli. Interessanter ist, was bei der represented-value-Zahl passiert: Verschiedene seriöse Quellen nennen für praktisch denselben Zeitraum 345 Mrd., 369 Mrd. oder – wie letzte Woche zitiert – 383,69 Mrd. USD. Das ist keine Woche mit Ausschlag, sondern eine Woche, die zeigt, dass selbst bei ruhiger Marktentwicklung die Datengrundlage für diese Kennzahl instabil bleibt. Der bereits mehrfach geäußerte Vorbehalt gegenüber der represented-Zahl als Zitatgrundlage bekommt damit ein zusätzliches, diesmal methodisches statt Volatilitäts-Argument. SECZ gibt die Erholung der Vorwoche komplett wieder ab und fällt auf 7,30 USD – ein Beleg dafür, dass die einwöchige Gegenbewegung von letzter Woche tatsächlich eine statistische Randnotiz war, kein Signal.
3. Family Office Trends
Die konkreteste Einzelmeldung der Woche kommt nicht aus der klassischen Family-Office-Presse, sondern von Goldman Sachs selbst – behandelt bereits ausführlich in Abschnitt 1, weil sie strukturell dorthin gehört. Der Kontext dazu, aus der laufenden Berichterstattung: Das UBS Global Family Office Report 2026 (Ende Mai veröffentlicht, keine neue Zahl dieser Woche, aber der Rahmen, in dem Goldmans Schritt Sinn ergibt) zeigt, dass Family Offices inzwischen 42 % ihrer Portfolios in Alternatives halten und sich die Zusammensetzung darin weiter von klassischen Buyout-Fonds weg und in Richtung Private Credit, Secondaries und Direktbeteiligungen verschiebt. Genau in diese Lücke positioniert sich Goldmans neue Plattform – kein Zufall, sondern eine direkte Antwort der Anbieterseite auf eine seit Monaten dokumentierte Nachfrageverschiebung.
Darüber hinaus liefert die einschlägige Fachpresse (Crain Currency, Family Capital, Family Wealth Report) diese Woche keine Einzelmeldung, die über die bereits bekannte These hinausgeht, dass Next-Gen-Vertreter zunehmend Strategie und Kapitalallokation prägen. Ich überspringe hier lieber die Wiederholung als eine alte These neu zu verpacken.
4. Neue Produkte & Regulatorik
Update zu MiCA: Das ESMA-CASP-Register zählt zum 24. Juli 309 vollständig zugelassene Krypto-Dienstleister in 26 EU-/EWR-Staaten – ein deutlicher Anstieg gegenüber den rund 210 Anbietern aus der ursprünglichen Übergangskohorte von rund 1.200 Firmen, die letzte Woche als Bezugsgröße galt. Wichtig für die Einordnung: Die 309 zählen alle im laufenden EU-weiten MiCA-Regime zugelassenen CASP – inklusive neu gegründeter Anbieter, die nie unter der nationalen Übergangsregel liefen – und sind damit nicht eins-zu-eins mit der „210 von 1.200"-Zahl der Vorwoche vergleichbar. Deutschland bleibt nach allen eingesehenen Quellen die Nummer eins, wobei die genaue Zahl je nach Tracker zwischen 57 und 63 schwankt (gegenüber 56 in der Vorwoche), vor Frankreich (rund 31) und den Niederlanden (rund 29). Der Trend bleibt eindeutig: Deutschland hat sich durch die vorgezogene nationale Frist zum 31. Dezember 2025 einen Vorlauf verschafft, der sich in der Zulassungsstatistik weiterhin auszahlt.
Bei ELTIF, dem BVAI-Newsletter oder neuen deutschen Fondsauflagen gibt es diese Woche nichts, das über die bereits eingeordneten Zahlen hinausgeht (268 aktive ELTIFs europaweit, 113 Neuauflagen 2025, rund 34 Mrd. Euro Volumen). Ehrlich gesagt: hier ist diese Woche einfach nichts passiert, das eine neue Zeile wert wäre.
Investment-Implikationen für das LONGVESTI-Portfolio
Die Woche zeigt eine Bewegung, die für ein Portfolio nach Endowment-Logik wichtiger ist als jede einzelne Kursmeldung: Der exklusive Zugang, der Yale und Harvard jahrzehntelang einen Renditevorsprung verschafft hat – Direktbeteiligungen an den besten Privatunternehmen vor dem Börsengang, eigene Verwahr- und Handelsinfrastruktur –, wird gerade doppelt kopiert. Einmal von oben, durch Goldman Sachs, das genau diesen Zugang jetzt Family Offices und vermögenden Privatkunden anbietet. Einmal von der technischen Seite, durch die DTCC und Ondo/Oasis Pro Markets, die dieselbe Logik auf tokenisierte Wertpapiere übertragen und dabei – mit der FINRA-Zulassung vom 23. Juli – den Sprung von der Nische zur regulierten Massendistribution schaffen. Für ein Portfolio, das sich am Endowment-Modell orientiert, ist das eine doppelte Bestätigung der Grundthese: Der eigentliche Vorteil lag nie in einem bestimmten Produkt, sondern im strukturellen Zugang – und dieser Zugang wird gerade, in unterschiedlichem Tempo, für eine breitere Kapitalbasis geöffnet.
Kritischer betrachtet: Genau diese Öffnung verdient eine nüchterne zweite Lesart. Wenn eine Investmentbank eine Plattform baut, um Kapital in Richtung „der nächste SpaceX oder Stripe" zu kanalisieren, verschiebt sich fast automatisch auch die Frage, wer an dieser Kanalisierung verdient – der Investor oder die Plattform, die den Zugang verkauft. Und die Streuung der RWA-represented-value-Zahl über drei seriöse Quellen zwischen 345 und 383 Mrd. USD in derselben Woche zeigt, dass die Datenqualität rund um Tokenisierung trotz wachsender institutioneller Beteiligung noch nicht dort ist, wo man belastbare Kapitalallokationsentscheidungen draus ableiten sollte.
Interessanter werdend: Direktbeteiligungs-Plattformen, die institutionellen Zugang zu spätphasigen Privatunternehmen systematisch für eine breitere, aber weiterhin vermögende Kundenschicht öffnen – Goldmans Schritt dürfte nicht der letzte seiner Art bleiben. Ebenso: regulierte Tokenisierungs-Infrastruktur mit echter Aufsichtsanbindung (DTCC/FINRA), die sich von reinen Layer-2-Wetten wie Robinhood Chain klar unterscheidet.
Kritischer zu sehen: Die represented-RWA-Zahl ist diese Woche methodisch schwächer geworden, nicht stärker – drei Quellen, drei Zahlen, ein Zeitraum. SECZ bestätigt mit dem Rückfall auf 7,30 USD, dass die Erholung der Vorwoche kein Wendepunkt war.
Ein leiser Gedanke, kein Verkaufsargument: Was diese Woche eigentlich auffällt, ist, wie selbstverständlich inzwischen von „Zugang zum nächsten SpaceX" gesprochen wird – als wäre das für jeden vermögenden Anleger eine sinnvolle Position. Für den Teil des Vermögens, der 30 oder 40 Jahre tragen muss, ist eine Direktbeteiligung an einem einzelnen, illiquiden Privatunternehmen strukturell etwas anderes als eine Position im Kernportfolio: eine Satelliten-Wette mit Renditepotenzial, kein Ersatz für die Substanz, die das Kapital überleben lassen muss. Genau diese Unterscheidung – was gehört in den Kern, was ist Beimischung mit Chance-Risiko-Profil – würde ich mir bei jedem neuen Zugangsversprechen stellen, ganz gleich ob es um eine Beteiligung vor dem Börsengang geht oder um ein neues Longevity-Protokoll, das Unabhängigkeit im Alter versprechen soll. Das ist Einordnung, keine Beratung – die eigene Portfoliostruktur bleibt jedem selbst überlassen.
Quellen
Endowment & Alternatives: CNBC – „Goldman Sachs creates private markets platform as rich investors seek the next SpaceX and Stripe" (21. Juli 2026); Yahoo Finance – „Goldman Sachs Wants Its Wealthy Clients in on the Next SpaceX Before It Goes Public"; MLQ News – „Goldman Sachs Launches Private Markets Platform for Direct Stakes in SpaceX, Stripe"; Yale Daily News, Private Equity Insights, The Middle Market – laufende Berichterstattung Project Gatsby (kein neuer Vollzugsschritt diese Woche). — Tokenisierung & RWA: CoinDesk – „Ondo Finance's Oasis Pro Markets Secures FINRA Authorizations..." (23. Juli 2026); Coingape, CryptoTimes, PR Newswire – dieselbe FINRA-Zulassung; DTCC.com – „DTCC Advances Development of New Tokenization Service, Convenes 50+ Firms" (4. Mai 2026); Finadium – „DTCC to soft launch tokenization service in July 2026"; Tradeweb Newsroom – „DTCC Turns Tokenization into Reality" (Produktionstrades 15. Juli); CoinDesk – „Robinhood Chain's real-world assets jump fivefold..." (25. Juli 2026); CryptoTimes – „Tokenized SpaceX Overtakes GameStop on Robinhood Chain"; KuCoin, Crypto Economy – RWA.xyz-Kennzahlen (22. Juli 2026); rwatimes.substack.com – represented-value-Einordnung; Yahoo Finance/Investing.com – SECZ-Kurs (24. Juli 2026). — Family Office Trends: UBS Global Family Office Report 2026 (Ende Mai 2026, als Rahmen zitiert); CNBC – Goldman-Sachs-Berichterstattung als Brücke zu Family-Office-Nachfrage; Crain Currency, Family Capital, Family Wealth Report – laufende Berichterstattung (keine neue Einzelmeldung diese Woche). — Neue Produkte & Regulatorik: casptracker.eu – ESMA-CASP-Register, Stand 24. Juli 2026 (309 Anbieter, 26 Staaten); micahub.net – MiCA-Register-Auswertung; trendingtopics.eu – Länderverteilung CASP-Lizenzen; DAS INVESTMENT – ELTIF-Marktzahlen (Kontext, keine neue Meldung diese Woche).